Qazvin, die von 1548 bis 1598 Hauptstadt des Safawiden-Reiches war (über vierzig Jahre), ist die größte Stadt und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und liegt im Zentralgebiet des Iran.
Die stadt Qazvin liegt 90 km nordwestlich von Teheran entfernt und in einer Höhe von 1.297 m. Es herrscht ein kühles aber trockenes Klima.
Der Name Qazvin soll sich von dem Wort Cas ableiten. Die Chasaren waren ein Volk, das dem Kaspischen Meer seinen Namen gab. Qazvin verbindet das Hochland des Irans mit dem Kaspischen Meer und Kleinasien. Gegründet wurde das heutige Qazvin wahrscheinlich von Schapur II. als Burg mit dem Namen Schad Schapur.
Als die in der Nähe der Stadt gelegene Festung Alamut zum Hauptsitz der Ismaeliten wurde, entstanden kulturelle, politische und militärische Konflikte, so das für ca. 200 Jahre das Gebiet von Qazwin im Mittelpunkt wichtiger Ereignisse stand, in einige große Kriege verwickelt und teilweise ruiniert wurde. In der Zeit der Seldschuken (1038–1194 n.Chr.) wurde die Stadt erweitert.
Ein Qanat oder Kanat ist eine traditionelle Form der Frischwasserförderung meist in Wüstengebieten, um Trink- und Nutzwasser aus höher gelegenen Regionen zu beziehen. Ein Qanat besteht aus einem Mutterbrunnen, mehreren vertikalen Zugangsschächten und dem Qanat-Kanal. Der Qanat-Kanal ist ein Stollen, der mit geringem Gefälle vom Mutterbrunnen über die Zugangsschächte bis zum Qanat-Austritt führt.
Der Ursprung der Qanat-Wassergewinnung liegt vermutlich vor über 2000 v. Chr. im Raum des heutigen Iran, wobei erste schriftliche Hinweise in einem Bericht über einen Feldzug Sargons II. (722 bis 705 v. Chr.) stammen. Vor allem am Rande der Wüsten Lut und Kavir wird heute noch auf diese Art Wasser gewonnen. Als eines der frühesten Qanate kann jenes von Zavareh gelten, das über 5000 Jahre alt ist. Ein anderes Beispiel ist das Qanat von Gonabad, mit einem Mutterbrunnen von 350 m Tiefe und einem Alter von über 2500 Jahren.
Die Gründe, warum sich die Qanattechnik gerade in den Hochlandkulturen entwickelte und ausbreitete, sind an erster Stelle das Fehlen größerer Flüsse und an zweiter Stelle die Nähe der Siedlungen zu einem vergleichsweise niederschlagsreichen Berg oder Gebirge.
Historisch waren allein im Iran zur Zeit des Perserreichs zwischen 40.000 und 50.000 Qanate gleichzeitig aktiv. Viele antike Qanatsysteme wurden aber aufgegeben und verfielen. Sie wurden in jüngster Vergangenheit im Rahmen von Befliegungen wiederentdeckt. Heute werden im Iran ca. 20.000 bis 25.000 Qanate unterhalten. Diese haben eine Transportleistung von durchschnittlich gut 2.000 bis maximal 35.000 Kubikmeter pro Tag.
Persepolis, gegründet von Dareios I. , ist der Name der altpersischen Residenzstadt des etwa von 700 v. Chr. bis zur Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. existierenden Achämenidenreichs. Der Grundstein wurde - allerdings nicht mit letzter Sicherheit - etwa um 520 v. Chr. gelegt.
Persepolis wurde ursprünglich die Stadt „Pársá genannt. Abgeleitet vom altpersischen Begriff „Pars/Parsa“, mit dem sich die Perser selbst bezeichnet haben und aus dem sich der Name „Persien“ (-> heute Iran) entwickelt hat. Erst die Griechen wählten die Bezeichnung und hatten sie umbenannt: "Persepolis".
Persepolis befindet sich im Süden () des Iran.
Die Folgenden sind dort zu besuchen:
In der Nähe von nordwestlicher Ecke der Terrasse befindet sich die Eingangstreppe. Auf ihrer Unterseite befindet sich ein Hof aus geschliffenen Steinen, der 10 cm höher liegt als seine Umgebung. Von dort führt eine symmetrische Doppeltreppe hinauf. Nach 63 Stufen erreichen die Treppen ein Podest, von wo der Weg 48 weitere Stufen in entgegengesetzte Richtung führt. Die Treppe überwindet somit fast 12 Meter, wobei die Stufen eine Breite von 6,9 m, eine Tiefe von 38 m und eine Höhe von je 10 cm haben. Zeitweilig sind Lasten tragende Tiere über diese Treppe in den Komplex geführt worden, es war jedoch wahrscheinlich nicht gestattet, zu Pferde über die Treppen zu reiten. Die Treppen wurden aus großen und unregelmäßigen Kalksteinen geschlagen, die man mit Klammern, jedoch ohne Mörtel, miteinander verbunden hatte. Diese Bauweise und der Schliff der Steine deuten darauf hin, dass die Treppe zur Zeit von Xerxes erbaut wurde. In den 1970er Jahren wurden von einem iranisch-italienischen Team Abnutzungs- und Verwitterungsschäden saniert.
Das Tor aller Länder bzw. aller Völker war ein kleiner quadratischer Palast mit einer Seitenlänge von 24,75 Metern. Er wurde größtenteils während der Herrschaftszeit von Xerxes I. gebaut und fertig gestellt. Er befindet sich etwa 22 Meter entfernt vom Rand der Terrasse und hatte eine Höhe von 18 Metern.
Die Decke des Tores aller Länder war auf vier gut 16,5 Meter hohe Säulen gestützt. Die Basis dieser Säulen war glockenförmig und hatte vertikale Kannelierungen. Auf dieser Basis lag ein Torus, ein radförmiger Stein. Darauf saß der zylinderförmige hohe Schaft mit 48 Rillen (Kannelierungen). Auf diesem Schaft befand sich der Säulenkranz in Blumenform, auf diesem Kranz wiederum saß das Kapitell in Form eines doppelköpfigen Stiers. Die Hauptbalken des Palastes lagen zwischen dem Nacken und den beiden Köpfen der Stiere. Zwei dieser Säulen stehen bis heute aufrecht. Eine weitere Säule wurde in den 1960er Jahren aus herumliegenden und beim Abriss einer später gebauten Lehmmauer gefundenen Stücken neu aufgerichtet.
Das Tor aller Länder war mit drei Portiken ausgestattet. Das Ost- und Westtor waren 10 Meter hoch und hatten eine Breite von 3,82 Metern. Der West-Portikus hatte auf jeder Seite einen sehr großen Beschützerstier ähnlich der assyrischen Tradition, jedoch mit vier statt fünf Beinen und in Bewegung dargestellt. Oberhalb dieses Beschützerstieres befinden sich zwei Inschriften in drei Sprachen, nämlich altpersisch, elamisch und babylonisch. In ihnen preist Xerxes den Gott Ahuramazda, verkündet seine Abstammung, den Bau der Palastanlagen durch ihn und seinen Vater und bittet um Schutz für seine Stadt. Der Ost-Portikus hat auf jeder Seite Sphinxe mit Menschenköpfen, Stierkörpern, sichelförmigen Adlerflügeln, zylinderförmigen Kronen und drei paar Hörnern. Sie schauen in Richtung Osten. Der Süd-Portikus ist größer als der Ost- und West-Portikus, hat jedoch keine Verzierungen.
Die Innenseite des Tores aller Länder war ein großer Saal mit vier Säulen, in dem sich eine schwarze Steinbank für wartende königliche Besucher befand. Die Innenwände waren mit farbigen Kacheln ausgestattet, die Rosetten, Palmen und andere Verzierungen zeigten. Einige davon sind erhalten geblieben und befinden sich heute im Lager von Persepolis. Die Tore waren aus Holz, das wahrscheinlich mit kostbaren Metallplatten verkleidet war. Im unteren Teil der Holztore waren kleinere Türen eingebaut. Der Zweck dieses Gebäudes lag darin, einen Wartesaal für die Vertreter aller unter Herrschaft Persiens stehender Völker zu sein und alle ihre Vertreter mussten durch das Tor aller Länder schreiten, bevor sie zum Audienzpalast gehen konnten. Der Eintritt in das Tor aller Länder geschah durch das Westtor, das sich 22 Meter von der Eingangstreppe entfernt befand. Wahrscheinlich benutzten iranische Würdenträger den Ost-Portikus, um in Richtung Hundert-Säulen-Palast zu gehen. Alle anderen Würdenträger verließen das Tor aller Länder durch den Süd-Portikus in Richtung Apadana.
Der größte Palast in Persepolis ist der Apadana-Palast, der von Dareios I. um 515 v. Chr. erbaut und von den Nachfolgern erweitert wurde. Besonders Xerxes I. ließ zahlreiche Änderungen am Apadana vornehmen. Er verlegte aufgrund des neuen Hauptzugangs von Persepolis vom „Tor aller Länder“, auch den Haupteingang des Palastes vom Osten in den Norden. Dafür wurde extra ein neuer Portikus errichtet. Xerxes I. ließ anschließend das sogenannte „Schatzhaus-Relief“, auf dem er als Prinz und sein Vater Dareios abgebildet waren, entfernen und ins Schatzhaus bringen. Ersetzt wurde das Relief durch 8 persische Soldaten. Der Apadana-Palast beinhaltete außerdem den Thron des Königs. Die Geschenkträger-Delegationen der Länder, die zum Persischen Reich gehörten, sind am Ostportikus des Apadana-Palastes besonders fein ausgearbeitet. Zu sehen sind die Stellvertreter der Völker, wie sie dem Perserkönig Geschenke bringen. Auffällig ist dabei, dass in ganz Persepolis Kampfhandlungen gänzlich fehlen. Auch die Geschenkträger-Delegationen werden „händehaltend“ abwechselnd von persischen und medischen Hofbeamten zum König geleitet.
Der „Dareios-Palast“ ist der besterhaltene Palast in Persepolis. Hier sind die riesigen Tür- und Fensterrahmen noch deutlich zu erkennen. Grund für den guten Zustand dieses Palastes ist höchstwahrscheinlich, dass die Grundstruktur überwiegend aus massiven Steinblöcken errichtet worden ist. Sie sind mehrere Tonnen schwer, die Reliefs auf den Innenseiten der Türrahmen noch relativ gut erhalten.
Über die „Straße der Armee“ gelangt man zum im Osten von Persepolis liegenden Palast von Xerxes I., dem „Hundert-Säulen-Saal“. Den Namen erhielt der Palast durch die Tatsache, dass das Dach der Halle von einhundert Säulen getragen wurde. Heute steht jedoch keine mehr davon. Im Hundert-Säulen-Saal wurden die meisten Spuren eines Feuers gefunden, verbrannte Materialien sind im Museum ausgestellt. Dies ist insofern nicht verwunderlich, da Alexander der Große Persepolis hatte in Brand setzen lassen.
Während die fast 15 Hektar große Plattform nur ein einziges Königsgrab enthält, sind die anderen einige Kilometer weiter in einer steilen Felswand untergebracht, dem Naqsch-e Rostam. Zu den Grabkammern von Artaxerxes II. und Artaxerxes III. führt nur ein steiler Aufstieg. Das Innere wurde früh geplündert und enthält keine Reliefs (mehr). Außen sind jedoch Teile der Leibwache aus den „10.000 Unsterblichen“ zu erkennen, der Eliteeinheit des Persischen Reiches, die ausschließlich aus Persern bestand.
Der Hundert-Säulen-Palast war der zweitgrößte Palast in Persepolis. Sein Zentralsaal („Hundertsäulensaal“) hatte Abmessungen von 68,5 Metern Breite und 68,5 Metern Länge, was ihn zum größten Saal der alten Welt machte; auch der Zentralsaal der Apadana war kleiner. Die Decke des Hundert-Säulen-Palastes wurde von 100 Säulen getragen, die in 10 Reihen zu je 10 Säulen angeordnet waren. Eine Steintafel, die Ernst Herzfeld in der Südostecke des Palastes gefunden hat, berichtet, dass der Bau des Palastes im Jahre 470 v. Chr. unter Xerxes I. begann und um 450 v. Chr. unter Artaxerxes I. abgeschlossen wurde. Der Brand, den Alexander der Große nach der Eroberung Persiens legen ließ, war so heftig, dass vom Palast nur noch die Basen der Säulen und die Torportale erhalten sind; sie wurden unter einer drei Meter dicken Schicht von Zedernholz-Asche und Erde freigelegt.
Die Säulen des Palastes bestehen aus einer glockenförmigen Basis, einem runden Torus und einem kannelierten Schaft, auf dem vielgestaltige Blattkränze sitzen. Ganz oben befinden sich Kapitelle mit doppelköpfigen Stierprotomen. Zwei erhaltene Kapitelle befinden sich seit den 1930er Jahren in Chicago.
Die Portale der beiden Nordtore zeigen vier Mal die gleiche Audienzszene mit dem auf dem Thron sitzenden König, einem Meder, der dem König Bericht erstattet, einem Höfling mit Fliegenwedel, einem Waffenträger und persischen Wächtern. Der Baldachin, unter dem sich die Szene abspielt, trägt den geflügelten Rind als Symbol der iranischen Herrschaft, flankiert von Stieren und brüllenden Löwen. Unterhalb der Szene sind fünf Reihen von Soldaten abgebildet. Die West- und Osttore sind deutlich kleiner als das Nordtor. Ihre Portale zeigen den König, wie er mit einem geflügelten Löwen bzw. mit einem Stier und einem brüllenden Löwen kämpft. Diese Reliefs ähneln jenen im Darius-Palast und im Xerxes-Harem. Die Porale der Südtore tragen Reliefs, die darstellen, wie König Artaxerxes I. auf seinem Thron in den Palast getragen wird. Das oberste Feld der Reliefs zeigt den König auf dem Thron sitzend. Hinter ihm steht ein Eunuch mit Fliegenwedel und Schweißtuch in den Händen. Unter diesem Relief befinden sich jeweils vierzehn Thronträger, so dass sich pro Tor 28 Thronträger ergeben. Die Thronträger sind bezüglich Anordnung und ihrer Trachten identisch mit den Thronträgern des Zentralpalastes.
Die Blickrichtung des Königs auf den Reliefs legt nahe, dass die Südtore den Eingang und die Nordtore den Ausgang bildeten. Anders als die Apadana dürfte der Hundert-Säulen-Palast den Heeresführern des Reiches vorbehalten gewesen sein.
Der Zoroastrismus bzw. Zarathustrismus (auch: Mazdaismus oder Parsismus) ist eine Religion, die von Zarathustra gestiftet wurde. Die Anhänger des Zoroastrismus werden Zoroastrier oder Zarathustrier genannt. Der zoroastrische Glaube, der auf älteren indo-iranischen Traditionen fußt, entstand zwischen 1800 und 600 v. Chr. im östlichen iranischen Hochland, vermutlich in Baktrien (heutiges Nord-Afghanistan), und breitete sich etwa im 7. bis 4. Jahrhundert v. Chr. im iranischen Kulturraum (in Persien und im zentralasiatischen Raum) aus.
Der Zoroastrismus basiert auf der heiligen Schrift Avesta. Gottesbilder sind dem Zoroastrismus fremd. Er kennt allerdings Feuertempel, in denen ein ständig brennendes Feuer (als heilige Flamme) gehütet wird, das als Symbol der Gottheit und der vollkommenen Reinheit gilt.
Zandschan ist eine Stadt im Nordwesten des Iran mit knapp 500.000 Einwohnern . Sie ist Sitz der Verwaltung der Provinz Zandschan und befindet sich 298 km nordwestlich von Teheran.
Von Mai 1850 bis Januar 1851 war Zandschan Zentrum eines Babaaufstandes, bei dem unter anderem versucht wurde, das lokale Gefängnis zu stürmen, um Gefangene, die wegen Steuerhinterziehung einsaßen, zu befreien.
Die meisten heutigen Perser gehören der Zwölfer-Schia an, die 1501 vom ersten Safawiden-Herrscher, Schah Ismail I., als Staatsreligion durchgesetzt wurde. Diese Richtung des schiitischen Islam reicht jedoch schon über die Dynastie der Bujiden bis zu den Anfängen des Islam in Persien zurück. Vor allem im Iran kommen die Zoroastrier vor und in Indien die von diesen abstammenden Parsen.
Ein Bādgir (, „Windfänger“), ist ein traditionelles persisches Architekturelement, welches seit Jahrhunderten für die Ventilation (Belüftung) von Gebäuden verwendet wird.
Im Iran sind die Sommer sehr heiss und trocken, die Winter sehr kalt; bei unterschiedlichen Niederschlagsmengen gibt es viel oder wenig Schnee. Beides wussten die Menschen seit Jahrhunderten für ihren eigenen Komfort einzusetzen. Gegen die Sommerhitze haben sie sich den ständig blasenden Wind zunutze gemacht. Sie haben sich in ihre Häuser „Windfänger“ (persisch Bādgir) – Windtürme – gebaut. Der Badgir ist ein massiv gebauter Turm, der von den untersten Räumen eines Gebäudes bis über das Dach hinausreicht. Er ist unterteilt, meist in vier vertikal geführte Lüftungskanäle, die oben in alle vier Himmelsrichtungen geöffnet sind und zur Steuerung einzeln verschlossen werden können.Da ja kalte Luft bekanntlich nach unten sinkt, heisse dagegen steigt, bleiben die Temperaturen im Erdgeschoss stets angenehm. Die nach allen Seiten herausragenden Stecken sollen der Stabilität (z.B. bei Erdbeben) dienen.
Der Badgir kann je nach seiner Ausführung und Einbindung ins Gebäude, dem Standort und vor allem der augenblicklichen klimatischen Situation unterschiedlich wirken und kann mit anderen Einrichtungen kombiniert werden.
Die Windfänger kann man sich durch den Besuch der Wüststädte, wie Kerman, vor allem Yazd ansehen.
Rascht ist die elfte der größten Städte des Iran die Hauptstadt der iranischen Provinz Gilan.
Die Entwicklung der Stadt setzte relativ spät erst im 14. Jahrhundert an, als die alten Städte in den Bergen, die oft auch Hauptstädte lokaler Dynastien waren, an Bedeutung verloren. Der safawidische Herrscher Schah Abbas ernannte Rascht zur Hauptstadt der Provinz Gilan. Darüber hinaus wuchs die Bedeutung der Stadt mit dem Handel, trotzdem blieb Rascht noch lange eher ein großes Dorf mit weit verstreuten Häusern als eine echte Stadt. Die Bevölkerung lag vor dem Ersten Weltkrieg bei nicht mehr als 60.000. Im Gegensatz zu anderen iranischen Städten besaß es daher auch keine Stadtmauer und der Basar, der üblicherweise überdacht ist, war hier offen. Diese Eigenart wurde von mehreren europäischen Reisenden bemerkt.
Die Mehrheit der Einwohner sind Gilaker, ein iranisches Volk (ethnische Gruppen) im Norden des Irans. Sie sprechen als Muttersprache Gilaki und Persisch als Zweitsprache. Neben den Gilaker leben noch Perser, Masanderaner, Kurden, Aserbaidschaner und andere Minderheiten in Rascht.
Unter den Sehenswürdigkeiten der Stadt ist der Bazar bekannt.
Die Universität Gilans mit Sitz in Rascht hat eine Universitätspartnerschaft mit der TU Berlin.
Die altpersische Residenzstadt Pasargadae liegt in 1900 m Höhe im Zagrosgebirge auf einem Plateau in der Persis (Provinz Fars) und war die erste Residenz des Perserreichs unter den Achämeniden, etwa 130 km nordöstlich von Schiras.
Pasargadae wurde von dessen erstem König Kyros II. gegründet, vielleicht als Heerlager, und von seinem Nachfolger Kambyses II. zwischen 559 v. Chr. und etwa 525 v. Chr. ausgebaut. Die Stadt erstreckte sich über ca. 300 Hektar.[1] Die Stadt verfügte seinerzeit über ein ausgeklügeltes unterirdisches Bewässerungssystem.
Heute sind die Ruinen der Paläste mit Monumentaltoren, Apadana und dem Empfangspalast mit reichem plastischem Schmuck zu sehen. Im heiligen Bezirk liegt der Feuertempel mit Altären und das Grabmal König Kyros’ II. Auf einen Sockel aus sechs Steinstufen ist ein Kenotaph in der Form eines kleinen Steinhauses aufgesetzt. Das Grabmal stand in einem weitläufigen Garten. 520 v. Chr. wurde die Residenz von Dareios I. etwa 50 km nach Südwesten verlegt. Die rekonstruierten Reste der Hauptstadt sind unter dem griechischen Namen Persepolis bekannt.
Eine dritte Residenz des Perserreiches, das bis zum Angriff Alexanders des Großen in den Jahren 331 v. Chr. bestand, lag in Schusch, unweit der heutigen Großstadt Abadan nahe der irakischen Grenze. Die drei in unterschiedlichem Maße zerstörten Orte waren einst von Wohnvierteln umgeben. Weitere Residenzen waren die alte Mederhauptstadt Ekbatana und zuweilen auch Babylon.
Urmai ist eine Stadt im Nordwesten des Iran. Die Hauptstadt der Provinz West-Aserbaidschan liegt am Westufer des Urmiasees rund 800 Kilometer nordwestlich der Landeshauptstadt Teheran.
Bei der Volkszählung 1996 hatte Urmia 435.200 Einwohner. Im Jahr 2006 wurde die Zahl der Einwohner auf 623.143 geschätzt und 2016 bei 736.224 wiedergegeben. Die Bevölkerung betrachtet sich mehrheitlich als Aserbaidschaner. Daneben gibt es noch Kurden, Perser und christliche Armenier sowie Chaldo-Assyrer (auch Aramäer genannt), die zu verschiedenen syrischen Kirchen gehören, vor allem zur chaldäisch-katholischen Kirche und zur Assyrischen Kirche des Ostens.
Der Name Urmia leitet sich von den syrisch-aramäischen Wörtern ur ‚Stadt‘ und mia ‚Wasser‘ ab und bedeutet ‚Stadt am Wasser. Der Geburtsort von Zarathustra, dem Begründer der altpersischen zoroastrischen Religion, lag nach manchen Berichten in der Nähe von Urmia; aber das ist umstritten.
Viele Jahrhunderte gehörte Urmia den verschiedenen iranischen Dynastien, bis die Oghusen im 11. Jahrhundert die Gegend eroberten. 1184 eroberten die Seldschuken die Stadt. Die Osmanen kontrollierten die Stadt auch mehrmals.
Spätestens seit dem 12. Jahrhundert ist Urmia Sitz christlicher (Erz-)Bischöfe der „Kirche des Ostens“.
Später etablierte sich ein 'Khanat Urmia'. 1759 griff das Khanat Urmia unter Khan Fatali das Khanat Karabach an. Mit seiner 30.000 Mann starken Armee konnte er die armenische Fürsten von Jraberd und Talysch unterwerfen. Nach sechsmonatiger Belagerung von Panahabad zog sich Fatali wieder zurück.
1835 wurde eine christlich-protestantische Mission von Amerikanern eingerichtet, später eine katholische der Lazaristen. Mit ihrer Hilfe wurde der regionale neu-syrische Dialekt zur Schriftsprache.